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Frankfurter Rundschau

4. Januar 2005
Seite 33

 
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Der Charme vergangener Zeiten

Im Hotel Am Berg sind die Zimmer großzügig geschnitten
und einige noch im Stil der 50er Jahre eingerichtet

VON BEN REICHARDT

     Die Reise in die Vergangenheit beginnt schon beim Eintritt in die Halle der großen Villa am Grethenweg. Rote gemusterte Teppiche, zwei wuchtige Sessel, an den Wänden Ölporträts in einem Stil wie er früher einmal modern gewesen sein muss. Ein Bild zeigt ein junges Mädchen mit eindrucksvollen Augen, gekleidet in ein rosa Tüllkleid. Es ist die jetzige Inhaberin des Hotels Am Berg, Hannelore von Baross.
     „Mein Vater hat das Haus 1949 gekauft, damals war es total zerstört“, erzählt sie. Nachdem es wieder aufgebaut worden war, zeigte sich schnell, dass es viel zu groß war für die Familie. So entschloss sich ihr Vater seinen Beruf als Bauunternehmer aufzugeben und ein Hotel daraus zu machen. Nach seinem Tod Ende der 60er Jahre übernahm seine Frau die Geschäfte.
      „Meine Mutter lebte nur für das Haus“, erinnert sich die 56-jährige von Baross. Vor sieben Jahren starb ihre Mutter und sie übernahm das Hotel gemeinsam mit ihrem Mann Joachim Sie weiß nur zu gut um die Gefahr, dass einen der Beruf zu sehr vereinnahmt, aber es fällt ihr schwer immer konse-quent zu sein. „Ich bin hier groß geworden und hänge dran.“
     Insgesamt 20 Zimmer hat das Hotel, verteilt auf drei Stockwerke. Für viel Geld musste sie in den vergangenen Jahren Auflagen erfüllen und Fluchtwege einrichten, erzählt die Inhaberin. Seinen Charme hat das Haus behalten.
Die Zimmer sind fast alle äußerst großzügig geschnitten. Aus betriebswirt-schaftlicher Sicht eigentlich zu großzügig. „Es ist nicht funktional.“ Aber wer ändert schon etwas an Dingen, die er liebt.
     Eine Augenweide sind die Zimmer mit den Originalmöbeln aus den 50er Jahren. Es sind nicht viele, aber sie sind hoch interessant. Zum Beispiel das dunkle Doppelbett mit den Kirschblütenmotiven am Kopfende und der dazu passende Wandschrank. Im überdimensionierten Badezimmer runden schwarz-weiße Fliesen das Bild ab. In einem anderen Zimmer befindet sich im Bad eine mehrere Quadratmeter große Wandmalerei mit einer Dschun-gelszenerie. Zu sehen ist ein Tümpel mit Seerosen, Flamingos, Fröschen, Affen und einem Papagei. Hannelore von Baross kann sich noch gut erin-nern, wie sie als kleines Kind dabei stand und dem Maler zusah.
     Jetzt kämpft die Inhaberin für den Erhalt dieses charmanten Zeugnisses einer vergangenen Epoche. Der Wasserdampf setzt den Farben zu. Sie ver-sucht das Bild nun mit Schiffslack zu retten. So gut es eben geht.
     Die meisten Gäste sind Stammgäste, seit einiger Zeit stehen manchmal auch Rucksackreisende vor der Tür. Die Inhaberin freut sich. Der Preis-kampf in der Hotellerie sei kein Spaß, sagt sie. Das Doppelzimmer kostet zwischen 74 und 96 Euro. Gerne würde sie jungen Künstlern ihr Haus für Lesungen und kleine Hausmusikabende zur Verfügung stellen. So wie im Frühjahr, als vier junge Autoren in verschiedenen Zimmern aus ihren Werken lasen. „Es ist sonst sehr ruhig hier“, sagt sie. Aber irgendwie macht das auch den Charme des Hauses aus.

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